6 ter Tag
2 ter Tag der Campertour
Fahrtstrecke:

Lake St. Clair zurück nach Singleton. Dort rechts auf den New England Highway nach Muswellbrook. Durch Muswellbrook hindurch fahren und am Ortsausgang links abbiegen nach Wybong. Über die Brücke fahren und die erste Straße links abbiegen nach Wybong ( Achtung: kein Hinweisschild ). Kurz vor Wybong geht es rechts in eine Feldweg zum Weinhändler (kleines Schild am Straßenrand). Dann noch etwa 1km guter Feldweg bis zur Weinhandlung. Wieder zurück zur Straße und bis nach Wybong fahren, dort rechts und die nächste wieder rechts, dann kommt man etwa 10 km vor Wybong wieder auf die Straße, welche man gekommen ist. Den selben Weg wieder zurück bis zur Brücke und dann rechts fahren. Nicht wieder über die Brücke. Der Straße folgen bis man wieder auf den New England Highway kommt. Dort links fahren und kurz hinter Aberdeen rechts zum Lake Glenbawn abbiegen. Hier in die Picknickarea hineinfahren und bis zum Aussichtspunkt hinauf (Schotterweg, sehr steil, etwa 2km lang). Wieder zurück auf die Straße und rechts abbiegen. Der Straße folgen bis zu einer Kreuzung ohne Hinweisschilder. Dort rechts und am der nächsten T-Kreuzung wieder rechts nach Gundy. Immer auf dieser Straße bleiben, nach Gundy kommt Belltrees und dann Moonan Flat. (Achtung: die letzten 15km sind gute Gravelroad). Durch Moonan Flat hindurch nach Gloucester und Nundle. (Achtung: keine Tankstelle die nächsten 120km). An der nächsten Abzweigung links nach Nundle. Nun immer auf diesem Weg bleiben, nicht abbiegen. Ab hier wieder alles Gravelroad, anfangs gut, wird aber immer schlechter und bergiger. Diese Gravelroad führt durch die Weiden verschiedener Ranches und daher sind viele Rinder und Pferde auf der Strecke. In der Dämmerung ist mit vielen Känguruhs zu rechnen.



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Streckenlänge: ca. 340km

Streckenbeschaffenheit:

Von Gundy ab ist nur in der Mitte ein Teerstreifen in einer Fahrzeugbreite vorhanden, links und rechts ist Schotter. Ab Belltrees immer wieder gute und breite Gravelroad, nach Moonan Flat wird diese immer schlechter und schmaler. Führt dann steil bergauf und bergab durch verschiedene Weidegebiete und Wälder. Nicht mehr für große Campingvans oder Fahrzeuge mit geringer Bodenfreiheit geeignet.



Ich bin bereits um 6Uhr morgens aufgewacht durch ein reges getwitscher von Vögel. Dies ist eigentlich nicht meine Zeit und normalerweise drehe ich mich dann noch einmal um und schlafe weiter. Aber das gezwitscher der Vögel, die Sonnenstrahlen die bereits auf unser Camperfenster schienenBitte Bild klicken für Vergrösserung und die Neugier ließen mich dann doch recht schnell aufstehen. Schnell angezogen, den Vorhang zur Fahrerkabine geöffnet und ein überwältigender Anblick wirkte auf mich ein. Ein blauer See, inmitten einer hügeligen Landschaft von Wiesen und Bäumen. Und wir waren fast alleine. Nur die Aussie`s einige 100mtr weiter, aber nicht in Sichtweite und viele verschiedene Vögel. Ich also raus aus dem Camper. Und schon flogen verschiedene Vogelarten umher. Von Wasservögeln, großen pelikanartigen Vögeln über viele bunte Papageien alles da und in absoluter nähe. Super. Natur pur und zu Anfassen. Ich lief erst mal etwas herum und ließ alles auf mich wirken. Betrachtete mir dieBitte Bild klicken für Vergrösserung Vögel und Papageien und die Landschaft. Die hüglige Landschaft mit den saftigen Wiesen und den großen Wäldern tat das seinige dazu. Meine Frau war mittlerweile auch aufgestanden und wir machten uns nun erst mal Kaffee und einige Sandwiches. Unser erstes Frühstück in der Natur. Mit dem Gasherd im Camper alles kein Problem. Es wurde nun langsam Zeit uns zu überlegen, wo wir als nächstes hin fahren wollten und somit studieren wir die Karte um den weiteren Verlauf festzulegen. Wir kamen zum Entschluß erst einmal wieder nach Singleton zu fahren. Dort zu tanken und dann weiter auf dem New England Highway Richtung Norden zu fahren. Gesagt getan und so fuhren wir von unserem ersten Nachtlager los. In Singleton steuerten wir erst einmal eine Tankstelle an und befüllten unseren durstigen Camper. Zur gleichen Zeit hielt ein MG B Fahrer auf der anderenBitte Bild klicken für Vergrösserung Strassenseite. Nachdem unser Camper wieder befüllt war, ging ich zu dem MG Fahrer und wir kamen ins Gespräch. Ein netter Herr um die 50, Soldat in Singleton, eigentlich aus Melbourne kommend. Wir quatschten über sein Auto, ein 65er MG B in restaurierungsbedürftigen aber noch originalen und rostfreien Zustand, über Deutschland, das Hunter Valley und noch vieles mehr. Als wir uns verabschiedeten war bereits eine halbe Stunde vergangen. Wir machten uns nun auf den Weg nach Muswellbrook, wo es einige Weingüter für Carbanet-Weine gibt. Um diese Weingüter zu finden, fuhren wir die in jedem Ort vorzufindende Information an. Wir erhielten hier verschiedene Broschüren, Detailkarten und Tips. Ich entschied mich für ein kleines Weingut in der Bitte Bild klicken für VergrösserungNähe von Wydong, nur über verschiedene kleine Strassen zu erreichen. Das wir uns zwei mal verfahren haben an den teilweise nicht mal beschilderten Kreuzungen erwähne ich nur nebenbei. Aber wir fanden das was wir suchten. Nach einer Ausgiebigen Weinprobe und der Besichtigung der Weinanlage kauften wir einige Flaschen vom 96er Carbanet und Rose. Vom Weingutbesitzer erhielten wir auch noch einige gute Tips zu Sehenswürdigkeiten. Er empfahl uns zum Glenbawn Stausee zu fahren und den Stausee zu besichtigen. Dann sollten wir weiter nach Moonan Flat fahren und dort das historische Hotel Victoria besuchen. Dann weiter über Ellerston, Barry nach Nundle. Dies sollte eine landschaftlich wunderschöne Strecke sein. Wir nahmen seinen Vorschlag dankend an und fuhren los. Zuerst zum Glenbawn Stausee. Er hatte recht.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Dieser See liegt wie verzaubert in einem Felsental, umgeben von mehreren mit Bäumen bewachsenen Bergen. Sein blaues Wasser schimmerte im Sonnenlicht und auf der Wasseroberfläche spiegelte sich die Umgebung. Einige, durch die Anstauung des Sees, überflutete Baumstämme ragen in Ufernähe aus dem Wasser und geben dem See etwas Mystisches. Wir verweilten am See eine halbe Stunde und fuhren dann weiter nach Gundy. Ein aus nur zwei Häusern bestehendes Nest auf dem weg nach Moonan Flat. Die Strasse wurde immer kleiner, die Brücken waren nur noch einspurig und hatten schon lange kein Geländer mehr und der Weg schraubte sich immer weiter nach oben. Bitte Bild klicken für VergrösserungAber er war wenigstens asphaltiert. In Moonan Flat angekommen, schauten wir uns ein wenig um, schauten uns das alte Victoria Hotel an, welches anscheinend eine ehemalige Paßstation war und überlegten, ob wir über Nacht hier bleiben sollten oder noch ein wenig weiter fahren sollten. Es war gerade mal 16Uhr40 und es war bestimmt noch bis 18Uhr30 hell und so beschlossen wir die 95km bis Nundle, einer ehemaligen Goldgräberstadt weiter zu fahren. Am Ortsausgang kam dann ein Strassenschild, welches darauf hinwies, das die nächsten 95km keine Tankstelle und kein Telefon mehr käme. Dies hätte mich stutzig machen müssen aber auf der Strassenkarte war der Weg als normale Strasse eingezeichnet. Wir fuhren also los und bereits nach 1 km wurde aus der asphaltierten Bitte Bild klicken für VergrösserungStrasse eine Schotterpiste, zwar wirklich in einem guten Zustand aber halt Schotter. Ich befürchtete schon, das es noch schlimmer kommen sollte, wollte aber auch nicht mehr umdrehen, denn den ganzen Weg zurück fahren und außen herum wäre ein Umweg von fast 300km geworden. Anfangs kamen uns auch noch teilweise Autos entgegen, aber es wurden immer weniger. Der Weg wurde immer schlechter, Schilder fehlten ganz, die Brückchen immer abenteuerlicher und die Umgebung immer wilder. Wir fuhren aber immer tapfer weiter. Nicht ganz einfach mit einem Camper. Vereinzelt kamen wir an verlassenen Ranches vorbei, aber auch an Rindercoralls, welche immer noch betrieben wurden. Nach 20km kamen dann die ersten Kuhgitter in der Strasse, kleine Schleusen in den Rinderzäunen. Die Brücken hörten nun auch ganz auf und wir mußten durchs Wasser fahren, den Weg kennzeichneten dabei Bitte Bild klicken für Vergrösserungeinige Pfosten links und rechts. Uns kam eine einsame Reiterin entgegen und ich fragte Sie, ob dies wirklich die Strasse nach Nundle ist. Sie sagte: "oh yeah, it is. The way becomes a littl bit hilly an roughter, but it is the way" und schaute etwas ungläubig auf unseren Camper. Wir bedankten uns und fuhren weiter. Hilly? Roughter? Noch schlimmer kann es doch nicht werden. Denn Pass hatten wir ja schon hinter uns und laut Karte sollte es eigentlich nur noch einigermaßen Eben weiter gehen. Wir fuhren also weiter durch diese wilde aber wunderschöne, von kleinen Bergen gesäumte Landschaft. Der Weg war sehr kurvig und die Geschwindigkeit wurde immer langsamer. Es wurde auch mittlerweile schon dämmrig. Und dann bekamen wir nach einer Kurve unsere erste australische Begegnung mit der außergewöhnlichen Art. Da waren sie,Bitte Bild klicken für Vergrösserung Kängurus. Mitten auf der Strasse. Meine Frau hatte heute schon während der ganzen Fahrt auf den Weiden links und rechts der Strasse nach ihnen Ausschau gehalten, und nun plötzlich direkt vor uns, keine 10 Meter. Für mich hieß das jedoch Vollbremsung. Und für die Kängurus, flucht vor den verrückten Touristen im Camper. Wir fuhren weiter, die Kängurus flüchteten in den Wald. Der Weg führte nun noch einmal steil bergauf und wurde nochmals schlechter. Wir in Deutschland würden so etwas als schlechten Waldweg bezeichnen. Der Anstieg ging fast über 8km Länge mit Serpentinen und vielen Kurven. Wie das Gesetz der Berge schon sagt, wo man raufgeht, muß man auch wieder runter. Und es ging runter. Eine so steile Autoabfahrt hatte ich noch nie gesehen. Ich musste mich voll auf die Strasse konzentrieren, während meine Frau ständig Kängurus entdeckte.Bitte Bild klicken für Vergrösserung War mir relativ egal, solange die Viecher im Wald bleiben und nicht vor mir auf dem Weg auftauchen. Doch nach einen Serpentine saßen gleich 3 auf der Strasse und schauten in meine Scheinwerfer, die ich mittlerweile angeschaltet hatte, da es schon fast dunkel war. Ich Bremse, die Kängurus hüpften wild vor dem Auto. Wußten wohl nicht wohin. Aber fanden dann doch noch den Weg in den Wald. Wir kämpften uns weiter den Berg hinunter und unten angekommen, dachte ich eigentlich, das war's nun, doch das dachte ich auch nur. Wieder eine Flußdurchfahrt, diesmal im dunkeln, und der nächste Paß. Also wieder rauf auf dem schmalen Weg. Und natürlich auch wieder runter. In der stockdunklen Nacht fuhren wir unseren Weg immer weiter in der Hoffnung endlich nach der nächsten Kurve wieder in die Zivilisation zu kommen. Aber dasBitte Bild klicken für Vergrösserung dauerte. Doch, oh Wunder, plötzlich war der Weg wieder asphaltiert und wenige Kilometer später sahen wir auch schon die ersten Lichter von Nundle, einer ehemaligen Goldgräbersiedlung, welche heute größtenteils verlassen ist. Wir kamen die Mainstreet, wenn man das so nennen will, herunter und ich sah ein kleines Restaurant, welches geöffnet hatte. Vor dem Restaurant stand ein Schild auf dem Gehsteig mit der Aufschrift "best food in town". Ich bremse sofort und brauchte meine Frau auch nicht lange zu überreden dort einzukehren. Leicht angeschmudelt wie wir waren, gingen wir hinein und wurden angenehm überrascht. Eine wunderschöne kleine Lodge mit stilvoller und zeitechter Einrichtung. Wie sich herausstellte war dieses Haus eines der vielen Bed&Breakfast Häuser, nur mit dem Unterschied, das es auch Dinner und Lunch anbot und zur Bitte Bild klicken für Vergrösserunggehobenen Klasse gehört. Kurz entschlossen entschieden wir uns, nicht im Camper zu übernachten und quartierten uns in der Lodge ein. Komplettangebot des Hauses mit Dinner, Breakfast und Übernachtung für 200$. Heftig, war aber sein Geld echt wert. Das ganze Haus war ein einziges Museum, selbst die Zimmer. Und alles perfekt restauriert. Das Schild am Eingang versprach auch nicht zuviel. Ein hervorragendes Essen mit 3 Gängen. Perfekt zubereitet. Dazu nahmen wir eine Flasche 95er Shiraz Rotwein und zum Abschluß noch einen Kaffee. So ließen wir den Tag ausklingen und gingen dann zu Bett. Trotz der stressigen Strasse war es ein wunderschöner Tag.

Wetter: 25 bis 30Grad und sonnig, gelegentlich mal ein paar kleine Wolken